„NC 105 Kiel“: Nach Jahren erstmals wieder im Heimathafen

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Fabrikschiff "NC 105 Kiel" läuft mit Schlepperassistenz in Cuxhaven ein.
 

Cuxhaven (wwot) – Es war ein „Zufallsfang“. Denn dieser Schiffstyp sieht nur selten (s)einen Hafen. Mitte dieser Woche machte nach langer Reise das Fischfabrikschiff „NC 105 Kiel“ erstmals wieder im Heimathafen Cuxhaven fest.

Die „Kiel“ gehört zu den größeren Fischfabrikschiffen unter deutscher Flagge. Sie ist rund 92 Meter lang, 15 Meter breit und geht knapp sieben Meter tief. Bei einer Bruttoraumzahl von 3.071 hat sie eine Laderaumkapazität von 730 Tonnen. 35 Mann Besatzung sorgen dafür, dass der Fisch nicht nur gefangen wird, sondern auch gleich an Bord verarbeitet und gefrostet wird. Die „Kiel“ gehört zur Deutschen Fischfang Union in Cuxhaven, einem Tochterunternehmen der isländischen Samherji-Gruppe.

Insgesamt laufen nur noch acht Fischfabrikschiffe unter deutscher Flagge. Neben der „Kiel“ sind das „Annie Hillina“, „Jan Maria“, „Helen Mary“, „Maartje Theadora“, „Gerda Maria“, „Atlantic Peace“ und „Baldvin“. Diese Schiffe gehören zu den Flotten der DFFU (Cuxhaven), Doggerbank Seefischerei (Bremerhaven), Mecklenburger Hochseefischerei (Sassnitz-Neu Mukran) oder der Ocean Food GmbH in Bremerhaven.

Das größte Fabrikschiff unter deutscher Flagge ist mit rund 133 Metern Länge die „Maartje Theadora“ (Link) der Westbank Hochseefischerei GmbH in Sassnitz. Sie hat eine Laderaumkapazität von 6.000 Tonnen.

Die Hauptfangplätze der kleinen deutschen Hochseefischerflotte befinden sich vor Norwegen, Spitzbergen, Grönland und Island, in der Nordsee, im Nordostatlantik sowie vor Westafrika. Die Fangeinsätze werden jedes Jahr unter Berücksichtigung der durch die EU-Kommission zugeteilten Fischfangquoten, sowie von betriebswirtschaftlichen Überlegungen, festgelegt.

Wolfgang Henze
Wolfgang Henze

Die deutschen Hochseefischer haben sich auf bestimmte Fischarten spezialisiert. Gefangen werden im Wesentlichen die pelagischen Fischarten Hering, Makrele, Holzmakrele und Blauer Wittling und die demersalen Fischarten Kabeljau, Seelachs, Schellfisch, Schwarzer Heilbutt und Rotbarsch. Pro Kopf werden im Jahr rund 15,6 Kilogramm Fisch in Deutschland gegessen.
Text/Foto: Henze

Info:
Pelagische Fischarten schwimmen fast ausschließlich mit Tieren derselben Art. Dies ermöglicht einen sehr sauberen Fang, das heißt, dass es nur eine geringe Menge an Beifang gibt. Bei Hochseetrawlern liegt dieser Beifang unter 5 Prozent.

Demersale Fischarten sind häufig mit anderen Arten vergesellschaftet, weshalb beim Fang dieser Fische mit höheren Beifängen zu rechnen ist. Beifang ist jedoch nicht immer ungewollt. Die Mitglieder des Deutschen Hochseefischerei-Verbands fangen den Kabeljau beispielsweise in der gemischten Fischerei in Norwegen zusammen mit Schellfisch und Seelachs. Alle drei Fischarten werden dann für den Endverbraucher weiter verarbeitet.

Info 2: Link

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