Italienisch entsorgen: Die Tankstelle macht´s

Reklame

Der Schutzheilige wacht über Tankstelle und Entsorgungsstation

Wer mit dem Wohnmobil reist, muss sich um Ressourcen kümmern. Diesel, Lebensmittel, Frischwasser und vieles andere muss an Bord; Abwasser, Fäkalien und Müll müssen nach Bedarf entsorgt werden. Je nach Größe des Campers muss die Entsorgung alle ein oder zwei Tage erledigt werden, größere Reisemobile können sich in aller Regel dafür deutlich mehr Zeit lassen. Praktisch in Italien: Beinahe jede Autobahntankstelle bietet auch eine praktikable Entsorgungsstation für rollenden Ferienwohnungen an.

Rinnen muss es doch!
Und rinnen muss es doch!

180 Liter Diesel gehen in den Tank, 15 Liter AdBlue zur Abgasreinigung in einen anderen, 100 Liter Autogas für Heizung und Warmwasser müssen mit, und 345 Liter Frischwasser sind maximal ebenfalls an Bord. Nach der Nutzung hat sich das alles in unserem Phoenix in rund 1.100 km Strecke, jede Menge warmes Wasser und temperierte Luft, und in 230 Liter Grau- (Ab-)wasser und/oder 230 Liter Schwarz- (Stoffwechselendprodukte)wasser verwandelt. Insbesondere um die letztgenannten muss man sich kümmern, denn nichts ist ärgerlicher für ein bekömmliches zwischenmenschliches Klima als kein Frischwasser mehr, aber dafür volle Abwassertanks. Na ja, ohne Diesel ist es auf der Strecke natürlich auch Käse.

 

Erfreulicherweise nimmt in Sachen „Wohnmobilservice“ gerade auch Italien eine Vorreiterrolle in Europa ein, denn nahezu jede Autobahntankstelle bietet eine Entsorgungsstation an, und das noch kostenfrei.

Die große Abwasserrinne ist eine praktische Sache
Die große Abwasserrinne ist eine praktische Sache

Das Zeichen an der Ausfahrt ist eindeutig, nach knapp zwei Wochen Reise sind unsere Tanks ordentlich gefüllt, also Blinker raus und zügig die Entsorgungsstation der Tanke bei Pescara angesteuert. Während die beste Reisegefährtin aller zwei schöne Cappucino besorgt, schlage ich schnell den Abwasserschlauch an und versenke dessen Ende in die Ablaufrinne. Das erste Ventil auf und eine Ladung „Altöl“ rinnt in unterirdische Katakomben, ist der erste Tank leer, dann wird das zweite Ventil geöffnet und mehr oder weniger glasklares Abwasser hinterher gespült.

Navigation updaten und weiter geht´s
Navigation updaten und weiter geht´s

Es ist natürlich kein Altöl, vielmehr handelt es sich um das Ergebnis, wenn der Fäkalientank mit einer Ladung Ammovit versehen wird, ein völlig natürliches Zauberzeug aus der Landwirtschaft, dass übelriechende Fäkalien in völlig geruchsneutralen und besten flüssigen Naturdünger verwandelt, allerdings von tiefschwarzer Farbe. Und während ich dies schreibe, wird mir jetzt auch klar, warum die Entsorgungsstationen gebührenfrei sind. Im Grund subventionieren die italienischen und internationalen Wohnmobilisten mit jeder Menge Naturdünger die italienische Landwirtschaft.

 

 

Egal, alle Ventile und Luken wieder dicht, Hände ordentlich gewaschen, Navigationsgerät upgedated und weiter geht´s. Der Cappucino wird erst auf der Autostrada del sole genossen.

Kann Entsorgung schöner sein?
Kann Entsorgung schöner sein?

Reklame

1 Kommentar zu Italienisch entsorgen: Die Tankstelle macht´s

  1. Hallo
    Danke für den Reisebericht. Mein Tag im www beginnt mit Eurem „Lesezeichen“.Schade wenn nichts Neues zu lesen ist.
    Aber die Entsorgungsstationen auf den ital. Autobahnen sind sehr gut und fast immer sehr sauber.Habe ich auch gerne benutzt.

    Gute Reise wünscht

    PN

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen