Weibliche Schiffsmechaniker-Azubis: „Sie können das genau so gut wie Männer“

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Es geht um Leben und Tod: Die Crew muss schnellstmöglich das Schiff auf hoher See verlassen und in die Rettungsinseln flüchten. Doch eine der Inseln ist gekentert und treibt verkehrt herum im aufgewühlten Wasser. Zwei junge Frauen versuchen hektisch sie umzudrehen, während sie sich selbst mühsam über der Wasseroberfläche halten. Zum Glück ist das nur eine Übung.

Die beiden Frauen müssen nicht gegen mannshohe Atlantikwellen kämpfen, sondern schwimmen im großen Becken des Maritimen Kompetenzzentrums in Elsfleth in Niedersachen. Das Training „Basic-Safety“ steht ganz am Anfang der Ausbildung zur Schiffsmechanikerin, die die beiden jungen Frauen gerade erst angetreten haben.
Frauen an Bord sind in der Seefahrt noch immer etwas Besonderes – ihre Zahl steigt aber. Hapag-Lloyd ist der größte Ausbilder in Deutschland im Bereich Seefahrt. Frauen sind seit Jahren selbstverständlicher Bestandteil des Ausbildungsprogramms. So wie Rika Orth und Jasmin Scholz: zusammen mit zwei anderen Kolleginnen stehen sie in ihrem Ausbildungsjahrgang 23 Männern gegenüber. Ähnlich hoch ist die Frauenquote zum Beispiel auch beim Nautik-Studium in Elsfleth, welches die beiden nach Ende ihrer Ausbildung beginnen können.

Die Azubis (von links): Jasmin Scholz und Rika Orth
Die Azubis (von links): Jasmin Scholz und Rika Orth

Ein wesentlicher Grund dafür, dass noch zu wenige Frauen eine Karriere auf See anstreben, ist immer noch die Familienplanung. Dass die Mutter eines Kindes mehrere Monate auf einem Schiff verbringt, kommt für viele Familien (noch) nicht in Frage. Für die 20-jährige Rika Orth und die 19-jährige Jasmin Scholz, die im August vergangenen Jahres ihre Ausbildung bei Hapag-Lloyd begonnen haben, ist das allerdings noch weit weg: „Bei uns ist die Seefahrt wahrscheinlich auf einen Zeitraum beschränkt“, sagt Rika Orth. „Oder man steigt wieder ein, wenn das Kind ein paar Jahre alt ist“, arbeitet also „zwischendurch“ eine Zeit lang an Land. Von ihrem Traum, Karriere auf See zu machen, bringt es die beiden jedenfalls nicht ab.
Rika Orth ist am Nord-Ostsee-Kanal aufgewachsen und mit Schiffen groß geworden. Auch ihr Vater ist zur See gefahren. Sie freut sich vor allem, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten und einen Beruf außerhalb des Büros auszuüben, bei dem man viel und immer etwas anderes zu tun hat. Nach einem Praktikum bei einem Lotsen absolvierte sie 2012 für fünf Wochen ein zweites auf einem Container-Schiff – da war es dann um sie geschehen: Die Sehnsucht nach dem Meer und die Faszination Schifffahrt hatten sie gepackt. Auf See fühlt sie sich besonders wohl: „Viele Sorgen verschwinden, wenn man aufs weite Meer schaut“.
Auch bei Jasmin Scholz liegt die Schifffahrt in der Familie: Ihre Eltern waren Binnenschiffer und ihr Vater hat zudem in der Marine gedient. Sie selbst wollte immer einen Beruf ergreifen, bei dem sie viel unterwegs ist. Deshalb machte sie schon 2012 ein zweieinhalbwöchiges Praktikum auf einem kleineren Feeder-Schiff im Mittelmeer. Seefahrt bedeutet für Jasmin Scholz Freiheit: „Wenn rundherum nichts ist außer dem Horizont“.
Die erste Reise innerhalb der Ausbildung haben Rika Orth und Jasmin Scholz gemeinsam mit zwölf weiteren Azubis gemacht. Zwei Monate verbrachten sie an Bord der 336 Meter langen „Chicago Express“ auf dem Weg von Europa nach Asien. Als Frau an Bord habe man es nicht unbedingt schwerer: „Aber es ist anders“, sagen die beiden. Einerseits werde man besonders viel unterstützt, die Männer seien immer bereit zu helfen – doch manchmal sei das zu viel: „Wir als Frauen müssen uns ja auch beweisen an Bord“. Und das sei schwierig, wenn ihnen sogar ein Six-Pack mit Wasserflaschen aus der Hand genommen werde, weil er zu schwer sein könnte. Oder wenn ihnen bei der Arbeit im Maschinenraum ein Tuch gereicht werde, um sich das Gesicht abzuwischen, erzählen die beiden lachend.

Die Arbeit ist durchaus hart und körperlich herausfordernd an Bord
Die Arbeit ist durchaus hart und körperlich herausfordernd an Bord

Eine Frau müsse auf jeden Fall selbstbewusst Es geht um Leben und Tod: Die Crew muss schnellstmöglich das Schiff auf hoher See verlassen und in die Rettungsinseln flüchten. Doch eine der Inseln ist gekentert und treibt verkehrt herum im aufgewühlten Wasser. Zwei junge Frauen versuchen hektisch sie umzudrehen, während sie sich selbst mühsam über der Wasseroberfläche halten. Zum Glück ist das nur eine Übung. Die beiden Frauen müssen nicht gegen mannshohe Atlantikwellen kämpfen, sondern schwimmen im großen Becken des Maritimen Kompetenzzentrums in Elsfleth in Niedersachen. Das Training „Basic-Safety“ steht ganz am Anfang der Ausbildung zur Schiffsmechanikerin, die die beiden jungen Frauen gerade erst angetreten haben.
Frauen an Bord sind in der Seefahrt noch immer etwas Besonderes – ihre Zahl steigt aber. Hapag-Lloyd ist der größte Ausbilder in Deutschland im Bereich Seefahrt. Frauen sind seit Jahren selbstverständlicher Bestandteil des Ausbildungsprogramms. So wie Rika Orth und Jasmin Scholz: zusammen mit zwei anderen Kolleginnen stehen sie in ihrem Ausbildungsjahrgang 23 Männern gegenüber. Ähnlich hoch ist die Frauenquote zum Beispiel auch beim Nautik-Studium in Elsfleth, welches die beiden nach Ende ihrer Ausbildung beginnen können.
Ein wesentlicher Grund dafür, dass noch zu wenige Frauen eine Karriere auf See anstreben, ist immer noch die Familienplanung. Dass die Mutter eines Kindes mehrere Monate auf einem Schiff verbringt, kommt für viele Familien (noch) nicht in Frage. Für die 20-jährige Rika Orth und die 19-jährige Jasmin Scholz, die im August vergangenen Jahres ihre Ausbildung bei Hapag-Lloyd begonnen haben, ist das allerdings noch weit weg: „Bei uns ist die Seefahrt wahrscheinlich auf einen Zeitraum beschränkt“, sagt Rika Orth. „Oder man steigt wieder ein, wenn das Kind ein paar Jahre alt ist“, arbeitet also „zwischendurch“ eine Zeit lang an Land. Von ihrem Traum, Karriere auf See zu machen, bringt es die beiden jedenfalls nicht ab.
Rika Orth ist am Nord-Ostsee-Kanal aufgewachsen und mit Schiffen groß geworden. Auch ihr Vater ist zur See gefahren. Sie freut sich vor allem, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuarbeiten und einen Beruf außerhalb des Büros auszuüben, bei dem man viel und immer etwas anderes zu tun hat. Nach einem Praktikum bei einem Lotsen absolvierte sie 2012 für fünf Wochen ein zweites auf einem Container-Schiff – da war es dann um sie geschehen: Die Sehnsucht nach dem Meer und die Faszination Schifffahrt hatten sie gepackt. Auf See fühlt sie sich besonders wohl: „Viele Sorgen verschwinden, wenn man aufs weite Meer schaut“.
Auch bei Jasmin Scholz liegt die Schifffahrt in der Familie: Ihre Eltern waren Binnenschiffer und ihr Vater hat zudem in der Marine gedient. Sie selbst wollte immer einen Beruf ergreifen, bei dem sie viel unterwegs ist. Deshalb machte sie schon 2012 ein zweieinhalbwöchiges Praktikum auf einem kleineren Feeder-Schiff im Mittelmeer. Seefahrt bedeutet für Jasmin Scholz Freiheit: „Wenn rundherum nichts ist außer dem Horizont“.

Die "Chicago Express" in See. Fotos. Hapag-Lloyd
Die „Chicago Express“ in See. Fotos. Hapag-Lloyd

Die erste Reise innerhalb der Ausbildung haben Rika Orth und Jasmin Scholz gemeinsam mit zwölf weiteren Azubis gemacht. Zwei Monate verbrachten sie an Bord der 336 Meter langen „Chicago Express“ auf dem Weg von Europa nach Asien. Als Frau an Bord habe man es nicht unbedingt schwerer: „Aber es ist anders“, sagen die beiden. Einerseits werde man besonders viel unterstützt, die Männer seien immer bereit zu helfen – doch manchmal sei das zu viel: „Wir als Frauen müssen uns ja auch beweisen an Bord“. Und das sei schwierig, wenn ihnen sogar ein Six-Pack mit Wasserflaschen aus der Hand genommen werde, weil er zu schwer sein könnte. Oder wenn ihnen bei der Arbeit im Maschinenraum ein Tuch gereicht werde, um sich das Gesicht abzuwischen, erzählen die beiden lachend.
Eine Frau müsse auf jeden Fall selbstbewusst sein und von Anfang an klare Grenzen setzen. „Man muss gleichzeitig aber auch den richtigen Ton treffen. Wir sind als Crew schließlich über Wochen, manchmal Monate zusammen unterwegs und die Zusammenarbeit muss funktionieren“, sagt Jasmin Scholz. Der Leiter der Ausbildung See bei Hapag Lloyd, Erik Hirsch, ist sich jedenfalls sicher: „Wir haben keine Bedenken, dass Frauen die Karriere auf See ebenso meistern können wie Männer“.
Fragt man die beiden jungen Frauen, worauf sie sich in ihrer Ausbildung am meisten freuen, bekommt man dieselbe Antwort: „Auf die nächste Reise – wir können es gar nicht abwarten!“

 

Text und Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung dem Online-Magazin „Hapag-Lloyd Insight“ entnommen: Link

 

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