Leiputrija: Auf rauen Wegen in die Einsamkeit

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Ilkene (wwot) – Man muss gewarnt sein: Die Homepage vom Campingplatz Leiputrija ist Spitze, nichts desto trotz ist die Anfahrtbeschreibung kaum verständlich, die Karte nicht ganz korrekt, der Hinweis auf die Wichtigkeit neue Karten in den Navigationsgeräten der Urlauber eindringlich, und das Angebot, neue Gäste in Riga, Adazi oder von sonst wo abzuholen, gibt Grund zur Nachdenklichkeit. Leiputrija anzusteuern ist eine Herausforderung, aber der Schweiß des Urlaubers lohnt.

 

Auf rauen Spuren zum Campingplatz Leiputrija. Fotos: Sopha
Auf rauen Spuren zum Campingplatz Leiputrija. Fotos: Sopha

 

Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Anreise zum Campingplatz Leiputrija ist nur über die A 1, Schnellstraße von Riga nach Tallinn möglich. Punkt. So schreiben die Campingplatzbesitzer von Leiputrija es mehrfach auf ihrer homepage. Und das ist auch richtig so. Wer das beherzigt, hat es fast geschafft. In Adazi fährt man schließlich von der A 1 ab, passiert zwei Kreisverkehre geradeaus, wobei sich nach dem ersten noch ein Maxima-Supermarkt zur Versorgung anbietet, und biegt dann nach links ab, um per Brücke die Gauja zu passieren. Nach wenigen Kilometern erreicht man den kleinen Ort Kadaga, eine der größten Garnisonen Lettlands, mit einem riesigen Truppenübungs- und Schießplatz drum herum. Das war einst komplett Sperrgebiet, jedenfalls solange die Russen dort das sagen hatten. In Kadaga fährt man weiter geradeaus, passiert linkerhand die Kaserne, rechterhand häßliche Mietwohnungsblöcke, und wenn der Asphalt endet, hat man den „final Approach“ auf den Campingplatz erreicht.

Nur gut 3,5 Meter hoch
Nur gut 3,5 Meter hoch

Dichter Wald beginnt, links und rechts mit Warnschildern behängt, der Weg wird schlechter und irgendwann taucht dann linkerhand eine Panzerpiste auf, die keinen Zweifel daran lässt: Man befindet sich quasi auf der Transversalen eines riesigen militärischen Übungsgeländes. Nach etwa acht Kilometern, ja ja, das geht eine Weile hin, denn langsam fahren ist angesagt, teilte uns unser Navigationsgerät mit, dass es Zeit sei, rechts abzubiegen. Nun hingen vorher bereits ein paar Hinweisschilder zum Campingplatz am Straßenrand, hier aber nicht, und diese schmale Buckelpiste rechterhand (im Geiste nannte ich sie Gogolo-Drive, nach einem von mir persönlich sehr geschätzten Allrad-300 Tage im Jahr-Wohnmobil-Helden) ließ Zweifel an der Routenführung aufkommen. „Das ist nicht Dein Ernst“, sagte schließlich auch die beste Beifahrerin von allen. Ratlos stoppten wir im Niemandsland. Nein, eigentlich nicht, wurde es auch nicht, denn ein Pkw überholte uns, eine aparte Dame stieg aus und fragte auf Englisch, ob wir ein Problem hätten. „Na ja, wir wollen halt zum Campingplatz.“ „Kein Problem, fahren sie hinter mir her.“ Gesagt, getan, es ging ein paar Kilometer weiter geradeaus, dann scharf rechts (Achtung: Da hängt auch wieder ein Hinweisschild) und nach wenigen Kilometern taucht in weiter Natur linkerhand das Areal von Leiputrija auf.

Geschafft, der Dampfer steht
Geschafft, der Dampfer steht

Da tat sich dann kurzfristig ein neues Problem auf, denn das Einfahrtsportal ist nach oben ein wenig schlank für unseren Phoenix, oder präzise: höchsten 3,5 Meter hoch. Egal, der Bypass wurde geöffnet und mit ein bisschen Kurbelei ging es dann auf die letzten Meter zu den Parzellen. Tschakka, wir sind da, alles paletti, der Platz ist und liegt wunderschön, und los ist hier auch nichts, der Mai ist im Baltikum halt kein Urlaubsmonat. Vorab zum Campingplatz (später ausführlicher): Den ängstlicheren Naturen unter den Campern sei mitgeteilt, dass es wohl kaum einen besser bewachten Platz gibt. Denn rundherum tobt militärische Ausbildung, das hat irgendwie Charme und wirklich stören tut es auch nicht. Wolfgang Henze

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  1. Schöner stehen in Leiputrija | WorldWideOnTour

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