Fete auf der Fähre: Silvester in Sehestedt

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Silvester in Sehestedt. Im Mittelpunkt steht die Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Fotos: Henze/Sopha

Sehestedt – Mitternacht. Die Fähre „Pillau“ hat die Kanalmitte erreicht. Schiffsführerin Iris Strufe drückt auf den Typhon-Knopf. Dumpfes Dröhnen erfüllt die Luft. An Land steigen die ersten Raketen auf. Es zischt und pfeift. „Frohes neues Jahr!“ Die Menschen auf der Fähre prosten sich zu – mit Sekt, mit Selters, mit Punsch. Der schwimmende Mittelpunkt von Sehestedt wird zu jedem Jahreswechsel für kurze Zeit zu einem Party-Schiff.

Der Kanal teilt und der Kanal vereint die Gemeinde: Die Fähre ist zum Treffpunkt geworden. Und zum Jahreswechsel wird dort traditionell gemeinsam angestoßen. „Was soll ich alleine zu Hause sitzen“, sagt eine ältere Sehestedterin, während sie ihrer gleichfalls alleinstehenden Nachbarin einen Sekt einschenkt. Und ein schönes Feuerwerk bekommt sie noch gratis geliefert. Die jungen Leute tragen tütenweise Böller und Raketen bei sich. Aber sie wissen, worauf Hugo Schütt – der erste Schiffsführer der Adler-Reederei, die die Fähre im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamts bereedert – noch einmal im Internet aufmerksam gemacht hatte: „Ich bitte Euch daran zu denken, dass das Zünden von Feuerwerkskörpern auf der Fähre verboten ist. Wir möchten ja alle das neue Jahr unversehrt begrüßen.“

Jetzt geht es zur Party nach Hause oder zu Freunden.
Jetzt geht es zur Party nach Hause oder zu Freunden.
Rakete über Sehestedt.
Rakete über Sehestedt.

Alle halten sich daran. Mindestens sechzig Personen drängen sich an Bug und Heck der Fähre zusammen, die jetzt auf dem Kanal tanzt. „Da braucht man gar keinen Alkohol, damit sich alles dreht“, lacht ein Mitfahrer. An Land steigen jetzt die ersten Raketen in die Luft, der sich entfaltende Feuerregen wird auf der Fähre mit „Ahs“ und „Ohs“ quittiert. Neben dem Sehestedter Pastorat steht eine kleine Gruppe und schwenkt Wunderkerzen – auch ein schönes Schauspiel. Auf dem Wohnmobil-Stellplatz stehen sechs der rollenden Eigenheime – mit Premium-Blick auf beleuchtete Frachter und die Fähre. Dann legt das Schiff wieder an. „Sind wir hier richtig?“, fragt ein Mädchen. „Ich soll auf die Südseite.“ Die Fahrt in der Dunkelheit hat sie wie manch anderen Passagier auch etwas orientierungslos gemacht.

Iris Strufe (wwot berichtete über sie: Link) behält in ihrer hohen Kommandobrücke dagegen den Überblick. Um 19.45 Uhr hat ihre Schicht begonnen, bis 4.45 Uhr wird sie noch fahren. Es ist das erste Mal, dass sie an Silvester Dienst hat. „Da ist wenigstens Action“, lacht die Schiffsführerin. Die Nächte können sonst manchmal lang werden. Allerdings nie am Wochenende, klärt sie auf. „Da sind wir eigentlich ständig am Fahren.“ Dann sind es die jungen Nachtschwärmer, die transportiert werden. Jetzt ist kein Auto zu sehen. Die Fähre gehört den Fußgängern, die zwischen Nord- und Südseite pendeln, um dort ihr Feuerwerk zu zünden. Das neue Jahr hat in Sehestedt bunt, fröhlich und friedlich begonnen. Sabine Sopha

Ordentlich was los auf der Fähre
Ordentlich was los auf der Fähre

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