Bumms: Die Delle

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Die Beule im Alkoven. Fotos: Henze

Kaunas (wwot) – Manchmal beweist das Schicksal richtig Humor. Selbst wenn sich das nicht auf den ersten Blick so erschließt. Die warum auch immer lärmende Vorderachse oder Vorderräder des worldwideontour.de-Mobils forderten jedenfalls kurzfristig einen Werkstattbesuch in Kaunas. Dort nahm das Schicksal schließlich seinen Lauf.

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Einfahrt in Box 6

Es ist kein gutes Gefühl, wenn das Wohnmobil beim Fahren in bemerkenswerter Form Geräusche von sich gibt, die den Verdacht aufkommen lassen als ob in Kürze irgendwie strategisch bedeutsame Fahrzeugteile den Dienst komplett einstellen wollen oder sich vom Rest des Dampfers irgendwie desintegrieren wollen. Egal, rund elf Kilometer sind es bis zum Iveco-Service, das wird sich machen lassen. Sehr freundlich der Empfang, der Laden ordentlich groß, eine Vielzahl Iveco-Trucks aller Baureihen und Jahrgänge über das Firmengelände verteilt, mehr als zehn Einfahrtspuren in die riesige Wartungshalle machen deutlich, dass Litauens Ivecos und durchreisende Schwesterschiffe hier reichlich technische Kompetenz vorfinden können. Und so war dann auch, es dauerte nicht lange, das Womo verschwand in Box 6, nach einer knappen Stunde wurde ich dazu gebeten, Servicemanager Romanas Ivanovas übersetzte den Meister in perfektes Englisch: „Wir konnten keinen Fehler finden, alles ist vorne in Ordnung, aber, die rechte Phoenix-Vorderradkappe hat ihren Schutzring verloren, dort könnten die Vibrationen und Geräusche schon herkommen.“ „Könnt Ihr was machen?“ „Klar“. Wenige Minuten später hatten die einen neuen Dämpfungsring gebastelt, die Rechnung lautete auf Euro 25,41, wir verabschiedeten uns fröhlich, versehen mit dem Hinweis: „Drehen Sie bitte sofort um, wenn das Geräusch zurückkommt.“

Gespann vor Werkstatt whe_bearbeitet-1
Warten auf Diagnose und Reparatur.

Und es kam zurück, penetrant und unberechenbar wie zuvor. Wenige Kilometer später bereits auf der Autobahn Richtung Klaipeda, und ich marterte mir erneut das Hirn, woran es liegen könne. „Egal“, dachte ich, „jetzt ziehst Du die Etappe nach Tallinn durch, was Wichtiges kann es nicht sein, dass hätten sie in der Werkstatt entdeckt.“

Der Vorsatz hielt jedoch nur knapp zwanzig weitere Kilometer, als ich kurz in die Bremse musste und mir dabei unübersehbar die rote Bremsdruckwarnlampe und der rote Allgemein-Alarm ins Auge stach. „Oha“, dachte ich, „jetzt wird es wirklich spannend.“ Die nächste Möglichkeit umzudrehen war meine und ich schaffte es rund vierzig Kilometer Via Baltica und Autobahn mit nur zweimal Bremsen, was problemlos funktionierte umso mehr die Warnung nur unmittelbar beim Bremsen auftrat, bis vor das Werkstatttor zurück. Wichtig, etwa fünf Kilometer vor dem Ziel rumpelte es einmal ganz energisch am rechten Vorderwagen, aber danach war der permanente Dauerlärm aus dieser Fahrzeugecke dann auch komplett verschwunden. Sehr merkwürdig, alles war dann normal, sieht man von der gelegentlichen Bremswarnung mal ab.

Die Trucker-Spieleecke in der Reparaturannahme.
Die Trucker-Spieleecke in der Reparaturannahme.

Nachdem ich den anrückenden Technikern die Situation erklärt hatte verständigten wir uns auf eine Test-Fahrt mit dem lauschenden Werkstattmeister auf dem Beifahrersitz. Und wie es immer so ist, wir spulten locker vierzig Kilometer ab, alles lief problemlos und ohne Störgeräusche ab, nur die gelegentliche Bremsenwarnung erforderte Handlungsbedarf. Also wieder: Box 6. Ich fuhr auf den Hof, fragte nach ob ich gleich reinfahren soll, die Antwort: „Nein“, der Meister sprach ein wenig deutsch, „das muss ich selber machen.“

Ja nun, und während ich mich auf den Weg zur Trucker-Spielecke in Werkstattannahme mache höre ich hinter mir ein verhaltenes „bumms“ und ich ahnte Schlimmes. Der Meister hatte offensichtlich mit der linken Ecke des Alkovens die Einfahrt oder was auch immer gerammt, peinlich peinlich und der gesamte Betrieb lief zusammen, und ich lief dann auch.

Keine Details, der Alkoven hat eine Beule, geht demnächst zu Phoenix nach Aschbach, um dort repariert zu werden.

Die rechte Hinterradbremse war defekt.
Die rechte Hinterradbremse war defekt.

Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, konnte sich die Technikertruppe schließlich um Bremsen und Geräusche kümmern. Und tatsächlich, wie auch immer so eine Fehldeutung bei mir zustande kommen konnte, aber an der Vorderachse war alles in Ordnung, nur hinten rechts, hatte es die Bremse während der letzten Strecken irgendwie komplett zerlegt. Eineinhalb Tage Arbeit, und schließlich war wieder alles tutti, stark in der Bremse und leise im Lauf.

Alle Arrangments, auch bezüglich der Unfallabwicklung waren schnell getroffen, und, wie sagt man so schön: Shit happens, aber das Leben geht weiter. Und morgen soll es nach Tallinn führen. Wolfgang Henze

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