Entsetzlicher Schaktarp: Wenn nichts mehr geht

Persönliche Eindrücke aus dem Memeldelta: Dritter Teil

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Viel Sturm und Regen

Sehr anschaulich schildert der Schriftsteller und Jurist Ernst Wiechert (1831-1902) in seiner Geschichte „Der Schaktarp“ die Zustände. „Der Herbst brachte viel Sturm und Regen. Das Wasser in den Flußläufen staute auf und trat über die Ufer; alle Gräben waren zum Überfließen voll, und die schwarzbraune Moorerde hatte sich so mit Feuchtigkeit durchzogen, dass man keinen Fuß darauf setzen konnte, ohne tief einzusinken. Die Häuschen der Zeitpächter standen wie auf einer langen Reihe von Inseln, und der Weg am Ufer entlang war nur durch die Weiden kenntlich, die mit ihren grauen Stämmen und zerzausten Kronen aus dem Flusse hervorragten; die Kähne erschienen wie mitten im Flusse festgebunden.“

Fast geschafft. Und wehe einer sagt jetzt: So groß war die Pfütze doch gar nicht.

Richtig arg wurde es jedoch im Frühling: „In den Wäldern und auf den Wiesen schmolzen die gewaltigen Schneemassen, die Eindecke auf den Strömen und Kanälen wurde unsicher und brach doch nicht. Weithin an den Uferrändern entlang stand darauf das Wasser, überstaute das flache Land, Wiesen, Äcker und Wege.  … Nicht zu Fuß, nicht zu Wagen, nicht zu Kahn konnte man von der Stelle; alles Feste und Flüssige schien sich wieder zu vermischen und die Erde ein weicher Brei zu werden, der sich in Nebel aufzulösen strebte.


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1 Kommentar zu Entsetzlicher Schaktarp: Wenn nichts mehr geht

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