Von der Müritz bis Stralsund: Langsamkeit und Natur entdecken

Mit dem Primus Kormoran über Havel, Oder-Havel-Kanal, Oder, Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße und dem Greifswalder Bodden auf große Reise

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Von Rechlin bis an den Zotzensee

Am ersten Tag geht die Fahrt über die Schleuse Mirow bis in den Zotzensee. Dort wird das erste Ankern organisiert, die Ausrüstungsschlepperei hat müde gemacht, die ersten Kilometer (ja, Binnenfahrt misst in Kilometern) wurde locker absolviert, auch das Schleusenmanöver war kein Problem, eine fröhliche zehn-Mann-Männer-Crew auf einem 1500er Kormoran schien ein paar Problemchen mehr in der Schleuse zu haben. „Ankern ist gut“, sagt die Bordfrau, „aber bitte da wo die Sonne noch scheint.“ Ich gebe gerne zu, dass dies eine Herauforderung an einen möglichen Ankerort war, die mich während  langer Seefahrtszeit bei der grauen Dampferkompanie so nie erreicht hätte, aber bitte gerne. „Ankern wo die Sonne scheint, yes M´am!“

Die Bordfrau badet.
Die Bordfrau badet.

 

Am zweiten Tag ging es über etliche Seen und die Oberhavel, einige Schleusen wie die in Priepert oder Fürstenberg bis zum Stolpsee. Das Wetter war phantastisch, der Anker fiel in der Sonne, so blieben wir dort auch gleich den dritten Tag liegen, den wir mit schwimmen, grillen, lesen und nix-tun phantastisch verbrachten. Dann ging es weiter, über die Oberhavel, an Zehdenick vorbei bis Liebenwalde zum nassen Dreieck von Oberhavel und Oder-Havel-Kanal. Blinker raus, scharf links rum und weiter bis zur Marina nach Marienwerder. Die Erinnerung sagt: Bauernfrühstück und kühles Bier vom Faß.

Der Oder-Havel-Kanal ist ordentlich langweilig, erfreuliche Abwechslung brachte jedoch eine Vielzahl von Frachtschiffen, meist mit Kohle oder Schrott beladen, die zwischen Berlin und Stettin im Shuttle-Verkehr fahren und sogar nachts mit Scheinwerferunterstützung unterwegs sind. Das Schiffshebewerk ist schon der Kracher, da guckt man 37 Meter in die Tiefe, ist irgendwie froh, wenn man mit dem Dampfer wieder raus ist. Der Höhepunkt des Tages war schließlich dann die Schleusenanlage von Hohensaaten an der Wriezener Alten Oder, wo der Schiffs- und Wassersportverkehr entweder in die Oder oder in die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße durchgeschleust wird. Auf beiden Wegen landet man in Stettin, wir wählten den Kanal, weil wir am Bollwerk in Gartz übernachten wollten.


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2 Kommentare zu Von der Müritz bis Stralsund: Langsamkeit und Natur entdecken

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