Letzte Wache: Helmut Lüthje geht von Bord

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Ärger und Positives

Manch Ärger ist in der Rückschau geblieben, viel Positives aber auch. Dreimal hat er beispielsweise mit der Sehestedter Kanalfähre einen Notarzt zu einem vorbeifahrenden Frachtschiff transportieren müssen und einmal hätte ihn jemand angezeigt, da er für ein Brautpaar den „Hochzeitswalzer“ und Typhon-Signalen mit der Fähre gefahren hatte. Ohnedies sei festzustellen, dass die Rücksichtslosigkeit der Fahrgäste zunehmen würde. „Den meisten Ärger bekommen aber die Decksleute ab“, erklärt Lüthje, oft ginge es den Autofahrern nicht schnell genug, um Vordränglern sollen sie sich kümmern und vieles mehr. „Aber dennoch“, so der scheidende Kapitän, „mir hat der Beruf viel Freude gemacht und ich werde sicher Verbindung zur Schifffahrt halten.“

Abschied (von links): Bodo Bauer, Olaf Lehmitz, Frank Weißhuhn, Knut Baade, Elvira Lüthje, Holger Pries, Helmut Lüthje.

Und so ganz folgenlos endete auch die letzte Wache auf der „Memel“ in Schacht-Audorf nicht. Etliche Kollegen und auch Ehefrau Elvira hatten sich zum Abschied eingefunden. Unter großem Hallo beendete er schließlich die letzte Wache, aber die offizielle Abschiedsfete findet ohnedies erst in Kürze statt. Wolfgang Henze

 

Info: Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Er verbindet bei knapp 100 Kilometer Länge die Nordsee (Elbmündung) bei Brunsbüttel mit der Ostsee (Kieler Förde) bei Kiel. Damit erspart er Schiffen die Fahrt um Jütland durch Nordsee, Skagerrak und Kattegat. Durch den Kanal ist die Wegstrecke je nach Abfahrts- und Zielhafen im Schnitt um 250 Nautische Meilen (ca. 460 Km) kürzer. Gequert werden kann der Kanal über einige Hochbrücken und dem Kanaltunnel Rendsburg. 14 Fähren (darunter die Rendsburger Schwebefähre -zurzeit außer Betrieb-) kreuzen den NOK ebenfalls. Die Fähren sind kostenfrei, da einst der Kaiser als Bauherr den Anwohnern dieses Ewigkeitsrecht zugebilligt hat.



 

 

 

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