Eine Lanze brechen für die Ost-Schrauber

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Liepaja – Drei technische Pannen erwischten uns in den letzten fünf Jahren in Polen oder Lettland. Eine Schraube im Reifen, der Totalausfall von Lichtmaschine und Starterbatterie, und jetzt der Ausfall des elektrischen Scheibenhebers auf der Fahrerseite. Die notwendigen Werkstattbesuche in Suwalki, Posen und Liepaja waren aber jeweils eine sehr erfreuliche Angelegenheit. Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Fachkompetenz und hohe Preiswürdigkeit zeichneten in jedem Fall die Werkstätten und das beteiligte Personal aus.

Krach, Bumm, da stand die Seitenscheibe halbrunter wie angetackert. Nix ging mehr, jedenfalls elektrisch. Immerhin, wenn man den Schalter zuletzt auf runter legte, dann konnte man die Scheibe wenigstens per Hand nach oben schieben. Tat auch Not, war kühl und nach Regen sah es auch aus. Wie auch immer, es war mühselig. Nun ist so eine Cockpit-Seitenscheibe natürlich nur eine automobile Randerscheinung, allerdings wird es ausgesprochen unpraktisch, wenn man, beispielsweise in Polen, diverse Mautstellen passieren muss. Aber das wäre durchaus zu managen gewesen, nur, es musste aber auch Motoröl nachgefüllt werden, insofern lag die Nutzfahrzeugwerkstatt am Ortseingang von Liepaja schon passend am Weg.

Juris bei der Arbeit. Fotos: Henze
Juris bei der Arbeit. Fotos: Henze

Und dort passierte etwas Merkwürdiges, denn das von mir – ganz im Sinn und den Buchstaben der Bedienungsanleitung nach – georderte Öl stieß dort beim Personal nur auf wenig Gegenliebe. Ganz am Rande erwähnt: Ein ganz ähnliches Öl-Gespräch hatte ich erst vor wenigen Wochen in einer deutschen Iveco-Werksniederlassung geführt. Die hatten dort in Bezug auf die Angaben in der Bedienungsanleitung auch ein ungutes Gefühl, aber kein Mensch fühlte sich bemüßigt mal in die Datenbank zu gucken.

Der "Dampfer" auf der Grube
Der „Dampfer“ auf der Grube

Egal, Schnee von gestern, denn der Servicemanager bei Latina Sia tat genau das, und es stellte sich schnell heraus, dass die Bedienungsanleitung des „Dampfers“ noch für eine Motorgeneration früher verfasst worden war. Da der Ölwechsel ohnehin reif war, und ich auch klare Kante haben wollte, wurde ein Öl- und Filterwechsel vereinbart. Bei der Gelegenheit erwähnte ich auch den defekten Fensterheber. „Müssen wir aufmachen, reingucken und wenn wir ein Ersatzteil brauchen, dann dauert die Beschaffung einen Tag.“

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich war, was hätte man auch sonst tun können, während des Werkstattaufenthalts die gesamte Zeit anwesend und kann sagen, dass ich noch nie einem so sorgfältig arbeitenden Schrauber bei der Arbeit zuschauen konnte. Egal, ob es beim Öl- und Filterwechsel war oder bei der Reparatur des elektrischen Scheibenhebers. Juris, so hieß der Techniker, machte einen erstklassigen Job. In der Tat, der Scheibenheber war völlig hin und musste neu beschafft werden. 24 Stunden später war der auch da und wurde ebenfalls sorgfältig eingebaut. Dass dabei neben der Justierung der Scheibe, auch gleich die des Beifahrers geprüft und „mitversorgt“ wurde, nebenbei noch kostenfrei eine Pneumatik-Pistole angeschlossen wurde und ich kostenfrei eine Flasche Silikon-Spray, sowie – natürlich berechnet – einen Fünf-Liter-Kanister Motoröl mitbekam, machte den Werkstattaufenthalt komplett.

Latina Sia in Liepaja
Latina Sia in Liepaja

Die wichtigste Frage zuletzt: Was kostete der Spaß? Wir reden von 14 Ltr. Motoröl (Iveco-Spezifikation, vollsynthetisch 10W 40) insgesamt, einem Ölfilter und einem neuen Scheibenheberantrieb, der in der Beschaffung 150,- Euro brutto kostete. Die Gesamtrechnung lautete schließlich 372,- Euro und da war die Pneumatik-Pistole auch schon drin und 21 Prozent Mehrwertsteuer ebenfalls.

Dass ist die eine Sache, die andere ist die gute Arbeit. Da ich noch eine Weile im Baltikum unterwegs bin, werde ich vor der Rückfahrt die planmäßige sogenannte M 4-Wartung ebenfalls machen lassen. Die kostet dort 238,- Euro plus 21 % Mehrwertsteuer plus Ersatzteile wie Luftfilter etc. Von dem Vorbesitzer habe ich Rechnungen übernommen, die lagen für die kleinere M 3-Wartung bei mehr als 1000,- Euro. Gute Arbeit und günstiger, da fällt mir die Entscheidung leicht. Wolfgang Henze

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