Forschungsschiff „Alkor“: Seit 25 Jahren im Dienst der Wissenschaft

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RVALKOR and RVPOSEIDON meeting on the Kiel fjord on wEdnesday, 17.07.2013.
 

Kiel (wwot) – Sie ist 290 Tage pro Jahr auf See. Dort dient die „Alkor“ als Arbeitsplattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die das Klima erforschen, Meerestiere untersuchen, Ökosysteme beobachten oder Schadstoffe im Meer analysieren. Außerdem haben schon zahllose Studierende auf ihr die handwerklichen Grundbegriffe der Meeresforschung gelernt. Am Donnerstag, 9. Juli feiert das Schiff seinen 25. Geburtstag. Zahlreiche aktive und ehemalige „Alkor“-Fahrer, Besatzungsmitglieder und Reederei-Vertreter gratulieren.

Der Name „Alkor“ ist in der Geschichte der Kieler Meeresforschung ein fester Begriff. Seit 1966 befährt ein Schiff dieses Namens, der auf einen Stern im Sternbild des Großen Wagens zurückgeht, im Dienst der Wissenschaft die Nord- und Ostsee. Doch bereits nach 23 Jahren kam das Ende für die „Alkor“ (I). Schärfere Umweltvorschriften und gestiegene technische Anforderungen hätten eine umfangreiche Umrüstung des 30 Meter langen Forschungskutters notwendig gemacht. Da der Umbau zu aufwendig gewesen wäre, stimmten die Bundesregierung und das Land Schleswig-Holstein für einen Neubau. Im Mai 1990 wurde die neue, 55 Meter lange „Alkor“ in Dienst gestellt. Am Donnerstag, 9. Juli 2015, feiern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sowie Besatzungsmitglieder und viele weitere dem Schiff verbundene Menschen ihren 25. Geburtstag. „Am 2. Mai, dem eigentlichen Tag der Indienststellung vor 25 Jahren, war die „Alkor“ auf Expedition. Weil Forschung für ein Forschungsschiff natürlich an erster Stelle steht, holen wir das Jubiläum jetzt nach“, sagt Dr. Klas Lackschewitz, Schiffskoordinator des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel.

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Ein Lot wird an Bord von FS „Alkor“ zum Ausbringen vorbereitet. Fotos: Geomar Steffen/Krellenberg

Unter den Forscherinnen und Forschern, die dem Geburtstagskind gratulieren, sind viele, die die Grundbegriffe ihres Berufs auf der „Alkor“ gelernt haben. Denn das Schiff steht nicht nur für verschiedene Arbeiten der physikalischen Ozeanographie, der Meereschemie und der biologische Meereskunde einschließlich Fischereibiologie, der Maritimen Meteorologie, der marinen Geophysik und der Geologie zur Verfügung, es dient auch der Ausbildung von Studierenden. „Vorlesungen und Laborübungen sind natürlich wichtig. Aber wer später auf See forschen will, sollte schon während des Studiums die Arbeit an Bord kennenlernen“, betont Dr. Lackschewitz.

Gebaut wurde die „Alkor“ auf der Cassens-Werft in Emden wo sie am 11. September 1989 vom Stapel lief. Die Baukosten betrugen rund 32 Millionen Mark. Parallel erfolgte auch der Bau des Schwesterschiffs „Heincke“, das seitdem an der Biologischen Anstalt Helgoland (heute Teil des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung) beheimatet ist.

In den 25 Jahren ihrer Dienstzeit hat die „Alkor“ auf 459 Expeditionen sowie während zahlreicher Tagesfahrten über 580.000 Seemeilen (mehr als 1.000.000 Kilometer) zurückgelegt. Sie besitzt den Fahrterlaubnisschein für „Kleine Fahrt“, das heißt sie kann im Bereich der europäischen Randmeere eingesetzt werden. Die längste Forschungsfahrt führte 1992 in die küstennahen Gewässer vor Portugal. Das Haupteinsatzgebiet sind aber die Ostsee, das Kattegat, das Skagerrak sowie die Nordsee.

Auch wenn die „Alkor“ am Geomar in Kiel beheimatet ist, steht sie der gesamten deutschen Meeresforschung zur Verfügung. Seit 1997 wird sie genauso wie das größte Kieler Forschungsschiff, die beinahe 40 Jahre alte „Poseidon“, nach einem zentralen Beantragungs- und Zuweisungsverfahren im sogenannten „Pool mittelgroße Forschungsschiffe“ betrieben. „Das bedeutet, dass Fahrten mit der „Alkor“ beantragt und die Fahrtanträge von Gutachtern auf ihre wissenschaftliche Qualität geprüft werden. Jede genehmigte Expedition ist für die Beteiligten also schon eine erste Bestätigung ihrer wissenschaftlichen Arbeit“, erklärt Dr. Lackschewitz. Dass die „Alkor“ rund 290 Tage pro Jahr auf See verbringt, zeigt, wie begehrt das Schiff innerhalb der Meeresforschung ist.

Trotz dieser hohen Einsatzdichte ist es auch nach einem Vierteljahrhundert noch auf der Höhe der Zeit und voll für moderne, interdisziplinäre Forschung einsetzbar. „Das verdanken wir natürlich auch der exzellenten Besatzung und den technischen Inspektoren der Reederei Briese, die uns bei allen Aufgaben tatkräftig unterstützen“, betont der Schiffskoordinator.

Info: Am Sonntag, 12. Juli, ist die „Alkor“ im Rahmen des Tags der offenen Tür am Geomar auch für Besucher geöffnet. Am darauffolgenden Montag verlässt sie Kiel bereits wieder für eine zweiwöchige Expedition in die Ostsee.

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