
Rund 23 Milliarden Euro Umsatz für die deutsche Wirtschaft. Neue Rekorde bei Camping- und Stellplatzübernachtungen. Der Freizeitfahrzeugmarkt behauptet sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Caravaning-Tourismus in Deutschland erreicht neue Rekordwerte. 2025 wurden rund 56 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und weitere 20 Millionen auf Stellplätzen gezählt. Urlauber mit Reisemobil oder Caravan sorgten zugleich für fast 23 Milliarden Euro Umsatz für die heimische Wirtschaft. Auch die Freizeitfahrzeugmärkte in Deutschland und Europa behaupten sich trotz schwieriger Wirtschaftslage und geopolitischer Unsicherheiten.
Laut einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) wurden 2025 rund 56 Millionen Gästeübernachtungen (+13 Prozent) auf deutschen Campingplätzen registriert. Hinzu kamen etwa 20 Millionen Übernachtungen auf Stellplätzen außerhalb von Campingplätzen. Das sind rund 48 Prozent mehr als 2016. Beide Werte markieren neue Höchststände.
Auch bei den wirtschaftlichen Effekten wurde ein neuer Rekord erreicht. Caravaning-Urlauber bescherten der deutschen Wirtschaft 2025 einen Umsatz von fast 23 Milliarden Euro. 2024 waren es noch rund 21 Milliarden Euro. Gegenüber dem Wert aus 2015 entspricht das sogar einem Zuwachs von rund 80 Prozent.
„Die neuen Rekordwerte zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung Caravaning inzwischen für Wirtschaft und Tourismus in Deutschland hat. Fast 23 Milliarden Euro Umsatz für die heimische Wirtschaft sind ein starkes Signal. Besonders wichtig ist, dass ein erheblicher Teil dieser Wertschöpfung direkt in den Urlaubsregionen ankommt. Davon profitieren Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitangebote und lokale Dienstleister. Gerade für kleinere Kommunen und ländliche Räume eröffnet Caravaning damit große wirtschaftliche Chancen“, erklärte Dr. Holger Siebert, Vizepräsident des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD), bei der Eröffnungspressekonferenz des CARAVAN SALON 2026.
Wertschöpfung kommt in den Regionen an
Rund 7,8 Milliarden Euro der Ausgaben von Caravaning-Urlaubern fließen unmittelbar in die jeweiligen Urlaubsregionen. Davon profitieren vor allem Gastronomie, Einzelhandel sowie Freizeit- und Dienstleistungsbetriebe.
Durch Caravaning verteilt sich die touristische Nachfrage zudem breiter über das Land. Urlauber mit Reisemobil oder Caravan besuchen neben klassischen Ferienregionen auch kleinere Orte, ländliche Räume und weniger frequentierte Destinationen. So entsteht zusätzliche Wertschöpfung auch abseits der bekannten touristischen Zentren.
Eine Schlüsselrolle spielen hierbei Stellplätze. Sie ergänzen die bestehende Campinginfrastruktur und schaffen zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten. Ihre Zahl ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 80 Prozent gestiegen. Weil Stellplätze in der Regel kleiner und weniger komplex als Campingplätze sind, lassen sich neue Angebote häufig mit vergleichsweise überschaubarem Planungs- und Investitionsaufwand realisieren. Für Kommunen und private Investoren bieten sie damit eine attraktive Möglichkeit, das touristische Potenzial des Caravanings stärker zu nutzen.
Freizeitfahrzeugmarkt behauptet sich im schwierigen Umfeld
Deutschland ist nicht nur touristisch, sondern auch beim Fahrzeugbestand Europas Caravaning-Nation Nummer eins. Weit über 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge sind hierzulande zugelassen. Auch die aktuellen Neuzulassungszahlen zeigen, dass sich der Freizeitfahrzeugmarkt trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds bemerkenswert resilient präsentiert.
Von Januar bis Juli 2026 wurden in Deutschland 63.329 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das entspricht einem leichten Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Angesichts schwacher Konjunktur, verhaltener Konsumstimmung und geopolitischer Unsicherheiten bleibt der Rückgang damit überschaubar. Bei den Reisemobilen wurden 50.118 Fahrzeuge neu zugelassen, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Caravans kamen auf 13.211 Neuzulassungen, ein leichtes Minus von 1,9 Prozent.
Auch auf europäischer Ebene präsentiert sich die Branche resilient. Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Europa mehr als 149.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen, lediglich 0,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt der Markt weiter auf dem hohen Vorjahresniveau. Positive Impulse kommen vor allem von den Reisemobilen. Mit rund 112.400 Neuzulassungen liegt das Segment leicht über dem Vorjahreswert. Die Caravan-Neuzulassungen bewegen sich mit rund 37.000 Fahrzeugen (-0,9 Prozent) nur knapp unter dem Vorjahresergebnis.
„Schwache Konjunktur, verhaltene Konsumstimmung und geopolitische Unsicherheiten machen das wirtschaftliche Umfeld derzeit alles andere als einfach. Umso bemerkenswerter ist, wie widerstandsfähig sich unsere Branche zeigt. Europaweit liegen die Zulassungen nahezu auf Vorjahresniveau, bei den Reisemobilen sogar leicht darüber. Vor allem aber bleibt die Begeisterung für den mobilen Urlaub ungebrochen. Caravaning gibt den Menschen Freiheit und Flexibilität und zugleich die Möglichkeit, Reise und Budget selbst zu planen. Gerade in unsicheren Zeiten ist das besonders wertvoll“, erklärt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD.
Caravan Salon als zentrale Plattform für den mobilen Tourismus
Der Caravan Salon in Düsseldorf ist die weltweit größte und wichtigste Messe für Freizeitfahrzeuge. Neben neuen Fahrzeugen, Produkten und Technologien rückt die Messe auch zentrale Fragen zur Zukunft des mobilen Urlaubs in den Mittelpunkt. Mit ihrem umfangreichen Konferenz- und Rahmenprogramm bietet sie eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Industrie, Politik und Tourismuswirtschaft.
Als ideeller Träger nutzt der CIVD den Caravan Salon für den Dialog mit Politik, Kommunen, Destinationen und Partnern aus der Tourismusbranche. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die weitere Entwicklung der touristischen Infrastruktur und die Rahmenbedingungen für den mobilen Urlaub.
„Der Caravan Salon ist weit mehr als das Schaufenster unserer Branche. Hier kommen Industrie, Politik, Kommunen und Tourismusbranche zusammen, um über die Zukunft des Tourismus in Deutschland zu sprechen. Die große Nachfrage nach Caravaning zeigt, welches Potenzial in dieser Urlaubsform steckt. Jetzt geht es darum, gemeinsam die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dieses Potenzial noch besser zu nutzen. Dazu gehören eine bedarfsgerechte Infrastruktur ebenso wie verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, sagt Daniel Onggowinarso.

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