Abgeschleppt: Holpriger Start zur EuropaSüdOst-Reise

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Das XXL-Bergefahrzeug von H. P. Möller aus Neumünster. Fotos: Henze

Der Plan war eigentlich gut, denn Hamburg und die A 7 kann man in diesen Tagen verkehrstechnisch vergessen, Bremen ebenfalls wegen der Baustelle bei Stuhr. Also wurden schlicht zwei Tage für die Anreise von Sehestedt nach Ochtrup über Glückstadt-Wischhafen und den Weser-Tunnel südlich Bremerhaven eingeplant. Einmal übernachten unterwegs, wunderbar. In Nordrhein-Westfalen sollen Jahreswartung, HU und Reifenwechsel für den Iveco, sowie einige Einbauten für den Phoenix obendrauf erfolgen. Diese Termine setzen unmittelbar den Start für die Europa-Südost-Reise, die von Nordrhein-Westfalen nach Kaunas in Litauen, und dann südwärts über Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn bis an Schwarze Meer in Rumänien führen wird. Aber erstmal kam es anders.

Gegen zehn sollte es losgehen. Zündschlüssel rein, Checkprogramm und Vorglühen abgewartet, Start. Tja, aber statt dass der 6-Liter-Tector-Diesel wie gewohnt in sein sonores Brummen fällt, hört man nur das Einkuppeln des Starterritzels und das war´s. Mist. Nix geht, was kann das sein? Starter? Akkus? Kurz telefoniert mit der regionalen Iveco-Niederlassung und dem Schutzbrief-Kontakt, Panne gemeldet und Situation geschildert, letzterem klargemacht, dass es dabei um ein großes Fahrzeug geht, das in einer vergleichsweise engen Sackgasse steht und das zumindest an- oder möglicherweise auch abgeschleppt werden muss.

Der Abschlepper kommt.

Der erste Abschlepper meldet sich telefonisch zügig nach rund 15 Minuten. „Moin, ich soll ein Motorrad abholen?“ Häh? „Nein, es geht um ein Wohnmobil auf Iveco Eurocargo.“ „Das kann ich nicht.“ Also wieder die Dame von Europ Assist kontaktet. „Alles klar, wir kümmern uns.“ Mittlerweile hatte ich mich selbst schlaugemacht über einen Abschlepper von Format in der Gegend, als sich auch schon wieder die freundliche Dame von Euro Assist meldete: „Wir haben Probleme einen passenden Abschlepper zu finden.“ „Kein Problem, ich helfe Ihnen, rufen sie bitte A. P. Möller in Neumünster an.“ „Alles klar, danke.“

Nicht lange danach klingelte mein Handy erneut: „Moin, Firma Möller, ich bin in einer halben Stunde da. Wenn wir abschleppen müssen, dann muss die Kardanwelle raus, ist aber kein Problem, kostet nur ein wenig Zeit.“ Also gut.

Schweres Geschirr.

Als schließlich der XXL-Scania-Berge-Abschlepper in langsamer Rückwärtsfahrt in der heimischen Sackgasse auftauchte, waren auch schon einige Nachbarn zusammengelaufen, denn so etwas gibt es nicht allzu häufig in unser ländlichen Idylle zu sehen. Der freundliche Fahrer riet zum Anschleppen und „pumpte“ erstmal ein bisschen Pressluft in den Iveco, um die Bremsen frei- und das Vollluftfahrwerk tragfähig zu bekommen, schraubte dann die Bergeöse rein und kurz danach lief der Iveco-Diesel auch wieder. Der Abschlepper hat das absolut klasse gemacht, ganz zärtlich hat er den Phoenix aus der Ecke gezogen, wobei das Steuern ohne Servounterstützung dabei einen richtigen Mann am Volant verlangt. Einmal mehr eine neue Erfahrung.

However, bei Iveco wurden zwei Starter-Akkus ausgetauscht und alles war wieder gut. Fast alles, denn dadurch verschob sich die Abfahrt um einen Tag, verlangte eine andere Route, denn Freitag um acht Uh war Termin bei Iveco-Wiegenstein in Ochtrup. Wie auch immer, diese Umplanung hatte es in sich. Ich sage nur: 400 km, 11 Stunden Fahrt, davon sechs Stunden Vollsperrung. Später mehr.



 

 

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