Totengedenken und Patriotismus: Arlington National Cemetery

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Grabfeld auf dem Nationalfriedhof Arlington. Fotos: Sopha, Henze

Washington D. C. (wwot) – Es gibt vermutlich für jeden Menschen Orte, an denen man niemals einfach nur vorbeikommt, niemals einfach vorbeikommen will. Lange Jahre war das für Autor Wolfgang Henze der Fernsehturm in Berlin, jeder Besuch in der deutschen Metropole bedeutete seit 1990 einmal rauf und gucken, ob es wirklich wahr ist, dass die Mauer verschwunden ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Nationalfriedhof Arlington. Jeder Besuch in Washington D.C. bedeutet immer auch einen Rundgang über die riesige letzte Ruhestätte für weit mehr als 200.000 Menschen. Die persönliche Triebfeder ist dort der unverstellte Blick auf die US-Geschichte und in die „amerikanische Seele“, aber auch die pure Aussicht auf das politische Machtzentrum der westlichen Weltmacht, gepaart mit dem ästhetischen Anspruch dieses wunderschöne Gelände in Ruhe und auf eigenen Füßen erleben zu können. Und: Wer Arlington nicht kennt, kann die USA nicht verstehen.

Militärfriedhof seit 1864

Unter den vielen Besonderheiten des Nationalfriedhofs Arlington im amerikanischen Virginia nimmt das Gräberfeld 27 eine herausragende Stellung ein. An der nördlichsten Ecke des 81 Hektar großen Geländes vor den Toren Washingtons, unmittelbar an das US-Verteidigungsministerium, dem Pentagon grenzend, haben neben getöteten US-Soldaten auch mehr als 3.800 befreite Sklaven des amerikanischen Bürgerkriegs die letzte Ruhestätte gefunden. Deren Grabsteine unterscheiden sich von allen anderen auf dem zweitgrößten Friedhof der USA durch die Aufschrift „Civilian“ oder „Citizen“, also „Zivilist“ oder „Bürger“.

Custis-Lee-Mansion oder „Arlington House“ im Zentrum der Anlage.

Bevor Arlington am 15. Juni 1864 offiziell durch Verteidigungsminister Edwin M. Stanton als Militärfriedhof benannt wurde, befand sich auf dem hügeligen Gelände am Potomac-River auch die Modellgemeinde „Freedman`s Village“. Mehr als 1.000 ehemalige Sklaven lebten dort, bestellten das Land während des amerikanischen Bürgerkriegs. Später wurde die Siedlung aber aufgegeben, als das gesamte Gelände zum Friedhof umgewidmet wurde. Das Recht zur Bestattung wurde den umgesiedelten Menschen jedoch belassen.

Etwa im geographischen Zentrum des Friedhofs, der als Amerikas würdigster, gar heiligster Platz gilt, steht das Herrenhaus „Custis-Lee Mansion“ oder „Arlington House“. Bei Baubeginn im Jahr 1802 war nicht abzusehen, dass die umliegenden riesigen Ländereien eines Tages ein großer Friedhof sein würden.

Weit der Blick über Washington D. C.

„Custis-Lee Mansion“ wurde ursprünglich als bewohnte Gedenkstätte für George Washington von seinem Enkelsohn erbaut. Nach den Wirren des amerikanischen Bürgerkriegs, Virginia löste sich von der Union und schloss eine Allianz mit der Konföderation, wurde das Herrenhaus mit Kriegsende wegen ausstehender Steuerzahlungen beschlagnahmt und sogenannten „regierungsamtlichen“ Zwecken zugeführt.

Worldwideontour.de-Redakteurin Sabine Sopha unterwegs mit Kamera auf dem Arlington National Cemetery.

Vom „Arlington House“, dem höchsten Punkt der Anlage, hat man nicht nur einen grandiosen Blick über Washington D.C. bis hin zum Capitol, sondern auch zum Amphitheater des Friedhofs, das in einiger Entfernung an das durch eine Ehrengarde bewachte „Grab der Unbekannten“ angrenzt.


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