Datteln statt Dorsten: Ein Nachruf

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Dorsten (wwot) – Im Grunde müsste man dem Knaben sogar dankbar sein. Jenem Menschen, der da energisch wie grußlos am 8. Mai des Jahres an der Phoenix-Tür schepperte. „Der Pkw darf hier nicht stehen, und für den Trailer müssen sie Extra-Tagesbühren zahlen“, so der unfreundliche Zeitgenosse, der sich wenig später als neue Verwaltungskraft des Wohnmobilstellplatzes in Dorsten an der Crawleystraße entpuppen sollte.

„Guten Tag, warum? Steht doch alles auf der bezahlten Parzelle?“ Dieser ja sicher nicht ganz unberechtigte Einwand veranlasste ihn allerdings weder zu etwas Konzilianz, geschweige denn als Anregung von irgendwelchen kognitiven Prozessen: „Egal, der Pkw muss sowieso weg, der Trailer auch, es sei denn für den zahlen sie extra, schließlich gibt es hier einen neuen Betreiber.“

Steht alles auf der bezahlten Parzelle.

Ja nun, da ich mich mit einem fieberhaften Infekt im Leib an jenem Montag quasi mit letzter Kraft über die Straßen von Soest nach Dorsten geschleppt hatte, war ich zum einen nicht sonderlich verteidigungsfähig und da darüberhinaus mein jahrelanger Erfahrungsschatz mit dem Stellplatz offensichtlich keine Gültigkeit mehr hatte, konnte ich schließlich nur noch kraftlos fragen, wo ich denn Pkw und Trailer abstellen könne? „Auf jedem öffentlichen Parkplatz, hier und vor der Eishalle jedenfalls nicht.“ Wow, soviel Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit auf einen Schlag machen einen wirklich sprachlos.

Va bene, rein stellplatzordnungstechnisch schien es wohl in jüngerer Zeit Änderungen gegeben zu haben, dachte ich, und der Prätorianer wird daher vermutlich im Recht sein, und freundlich ist man oder eben nicht, wobei die Machtfülle eines Stellplatzverwalters manchesmal sicher auch charakterlich Kapriolen schlägt. Egal, ehe der unflätige Zeitgenosse das Überfallkommando alarmiert, fieberhafter Infekt hin oder her, also aufgesattelt, Pkw mit Trailer in kilometerdistanz abgestellt und zu Fuß zurück zum Rezeptions-Blockhaus, um mir die bereits für fünf Tage per Umschlag eingezahlte Gebühr bis auf eine jetzt allemal unverzichtbare Rekonvaleszenz-Übernachtung wieder auszahlen zu lassen.


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