Via Baltica 2: Ankunft in Tehumardi

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Rund eine halbe Stunde dauert die Überfahrt von Virtsu auf die Insel Muhu

Gibt‘s nicht Flugzeuge, in denen man sein Wohnmobil mitnehmen kann? Zwölf Stunden Fahrt non stop sind mir einfach zu viel. Jedenfalls stehen wir am 22. Juni um 16 Uhr 16 in Virtsu/Estland und warten mit vielen, vielen anderen auf die Fähre, die uns nach Saaremaa bringen soll. Morgen ist nämlich Johannistag – und das wird hier groß gefeiert. Aber davon später mehr.

Der weitgereiste Kapitän an meiner Seite ist ganz begeistert von der Fähre. Und von der Abfertigung. Alles geht ruhig und reibungslos vonstatten. So drängelig die Esten sonst fahren – hier stehen sie entspannt in der Schlange. Nach knapp einer Stunde sind wir an der Reihe. „Ein Wohnmobil mit zwei Personen, einfach Fahrt“, ordert der Fahrer. „Elf Euro 91“, verlangt die junge Dame am Schalter. Haben wir richtig gehört? Ein riesiges Wohnmobil und so ein geringes Entgelt?! Wir haben. Und nehmen an, dass diese Fahrten subventioniert werden.

Die Elektronik regelt die Beladung, deshalb geht vor jedem Wagen wieder eine Schranke runter. Aber dennoch geht alles ganz fix – und eh wir uns versehen, stehen wir an Deck.

Schiff und Überfahrt sind überhaupt nicht zu vergleichen mit der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Deren Überfahrt dauert ebenfalls 35 Minuten. Doch für unser Womo und zwei Leute zahlen wir knapp 20 Euro. Und das Restaurant ist nicht mit der modernen, hellen und sauberen Anlage auf der estnischen Fähre zu vergleichen. Auch hier: freundlicher und schneller Service, um in der kurzen Zeit so viele Menschen wie möglich abzufüttern. Dazu kommt der kostenlose und leistungsstarke Hotspot!!

In Kuivastu legen wir pünktlich an; das Entladen geht genauso reibungslos wie das Beladen. Noch sind wir nicht auf Saaremaa, sondern auf Muhu, so heißt die kleine vorgelagerte Insel. Von dort geht es über einen Damm nach Saaremaa.

Der 23. Juni ist laut unserem Reiseführer in Estland ein Feiertag: „Siegestag, Schlacht von Vonnu 1919“ ist dort zu lesen. Sagt uns nix. Der 24. ist dann der Johannistag – der Tag, an dem die Sommersonnenwende gefeiert wird.

Befehlsbruecke sabAlso zwei Feiertage hintereinander. Da wir nicht wissen, wie die Esten es an diesen Tagen mit den Ladenöffnungszeiten handhaben, steuern wir am Ortseingang von Kuressare noch schnell das supermoderne Einkaufszentrum an, mit einem Rimi-Supermarkt, der sehr gut sortiert ist. Wir zahlen übrigens mit Euro. Seit Anfang 2011 gilt diese Währung auch in Estland. Aber die alten estnischen Kronen, von denen wir noch einige im Gepäck haben, werden wir auch noch los.

Dann fällt unser Blick auf ein Umleitungsschild. Wie bei allen Schildern verstehen wir es nicht. Als wir dann Nasva erreichen, sind wir schlauer. „Schau‘ mal, da ist der Kauplus, bei dem wir letztes Mal eingekauft haben“, freut sich die Beifahrerin über vertraute Anblicke. Doch der Fahrer starrt nur auf die Schotterpiste vor ihm – denn auf etlichen Kilometern wird die Fahrbahndecke erneuert. Dort, wo vor einen Jahr noch eine Brücke war, türmen sich nun Sandhügel auf. Wir folgen der Umleitung und stehen dann vor einer Behelfsbrücke (siehe Fotoalbum). Ob die hält? fragen wir uns bang.Und: Passen wir da überhaupt drauf? Der Fahrer besteht auch diese Prüfung meisterlich. Die Brücke bricht nicht zusammen.

Eingangsschild sabUnd dann sind wir da: Tehumardi. Eine neue kleine Hütte strahlt sonnengelb an der Straße und etliche Wohnmobile stehen auf dem Platz. Doch von voll belegt ist er weit entfernt. Gott sei Dank. Wir hatten schon befürchtet, aufgrund der Feiertage keinen Platz mehr zu bekommen.

Das Wiedersehen mit Ago Lieblik ist herzlich. Wir haben ein Video mitgebracht (auch hier in diesem Kino zu sehen) und er berichtet, dass er jetzt ganz zufrieden ist. Immer mehr Urlauber steuern seinen Platz an. Aber inzwischen sind die Deutschen an der Spitze, gefolgt von den Finnen. Die Letten kommen nur noch selten, sie haben wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Als Willkommensgeschenk für die Dame gibt es übrigens einen Glücksstein. Der flache Stein hat ein feines Loch, das allerdings nicht von Menschenhand gemacht wurde. „Wer so einen Stein findet, hat sein Leben lang Glück“, erklärt Ago augenzwinkernd. Und wenn man den Stein geschenkt bekommt? Nun – irgendwie wird er bestimmt Glück bringen. Das gilt aber erstmal nicht für das Wetter. Der Himmel hat sich wieder zugezogen, es beginnt zu regnen. Das Grillen wird also verschoben.

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