Hurrikan Sandy: „Meine Flucht aus New York City“

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Kapitän Lukasz Hajduk. Fotos: Hapag-Lloyd, pixabay

New York/Hamburg – Ein Hurrikan zieht auf die Ostküste der USA zu, und für Kapitän Lukasz Hajduk heißt das: Leinen los und so schnell wie möglich raus auf den Atlantik! Der polnische Seemann über eine geplante Flucht aus New York City, Neugierde und seine Liebe zur See.

Meine erste Seereise trat ich mit meinem Vater an. Er war Kapitän, und er wollte mir zeigen, wie das Leben auf See spielt. Die schönen Seiten, aber auch die harten. Zum Beispiel das Gefühl, längere Zeit von der Familie getrennt zu sein. Mein Vater arbeitete auf einem Bananendampfer, der Früchte aus der Karibik nach Hamburg transportierte. Ich war 17 Jahre alt und hatte gerade die Schule verlassen. Ich heuerte als Aushilfsmatrose an.

Um ehrlich zu sein: Die ersten Wochen an Bord mochte ich überhaupt nicht. Als Matrosenneuling steht man in der Rangordnung an Bord ganz unten, und es ist ziemlich egal, ob man Sohn des Alten ist. Ich entrostete, ich malte, ich schrubbte die Toiletten. Zu meinen Aufgaben gehörte es auch, die Temperatur in den Kühlräumen zu kontrollieren. Ich erinnere mich an einige Skorpione, ziemliche große Skorpione, die über die engen Zwischengänge krabbelten.

Hurrikan Sandy

35 Tage dauerte die Reise. Bis dahin kannte ich nur die Zuneigung meiner Mutter und meinen Fußballverein. Ich war ein ziemlich guter Spieler, Stürmer bei Pogon Stettin. Die Trainer meinten sogar, ich könnte es mit etwas Glück zum Profi bringen. Heute spiele ich gerne mit meinem Sohn. Doch auf dem Ozean lernte etwas anderes: Disziplin, das Einhalten von Dienstzeiten. Ich lernte harte Arbeit kennen. Vermutlich wollte mich mein Vater deshalb mitnehmen.


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